Über das Institut

Das Institut für Germanistik ist eine selbständige Struktureinheit der Geisteswissenschaftlichen Fakultät an der Kazimierz-Wielki-Universität in Bydgoszcz. Es wurde 1991 auf die Initiative von Dr. Halina Barcikowska gegründet. Seit 2003 wird das Institut von Prof. Dr. Marek Cieszkowski geleitet. Derzeit besteht es aus zwei Lehrstühlen: dem Lehrstuhl für sprachliche Kommunikation (Lehrstuhlinhaber: Prof. Dr. Marek Cieszkowski), dem Lehrstuhl für Kulturwissenschaften (Lehrstuhlinhaberin: Prof. Dr. Monika Szczepaniak).

Studienangebot

Das Studienprogramm der Bachelor- und Masterstudiengänge stützt sich auf das Strukturkonzept eines modular aufgebauten Ausbildungssystems mit mehreren Wahlfächern, wodurch unsere Studierenden sich nicht nur vertiefte philologische Kenntnisse aneignen, sondern auch vielfältige soziale Kompetenzen erwerben können. Um ihre Berufschancen zu verbessern, werden den Studierenden der Germanistik weitere Fremdsprachen angeboten, die studienbegleitend sind (u. a. Englisch oder Französisch).

Viele unserer Studierenden nutzen die Chance, ein Auslandssemester im Rahmen des ERASMUS-Programms an einer unserer Partneruniversitäten zu absolvieren, u. a. in Greifswald, Mainz, Münster, Regensburg, Würzburg und Freiburg. Am Institut für Germanistik finden regelmäßig Vorträge und Seminare statt, die von eingeladenen WissenschaftlerInnen aus dem In- und Ausland (u. a. aus Greifswald, Mannheim, Siegen, Köln, Halle und Mainz) gehalten werden. Darüber hinaus nehmen unsere Studierenden an verschiedenen Präsentationen von Firmen teil, die Mitarbeiter mit Deutschkenntnissen suchen.

Dank der Teilnahme des Instituts am SDL University Program lernen die Studierenden im Rahmen des Studiums die Bedienung von SDL Trados Studio, dem unbestreitbaren Spitzenreiter unter den Werkzeugen zur computergestützten Übersetzung. Sie haben auch die Möglichkeit, das weltweit anerkannte Zertifikat SDL Trados Studio for Translators kostenlos zu erwerben. Den besten AbsolventInnen der Übersetzungskurse werden Berufspraktika in der polnischen Niederlassung von SDL International (einem weltweit führenden Übersetzungs- und Lokalisierungsunternehmen) angeboten.

Seit 2008 besteht am Institut für Germanistik das DAAD-Lektorat. Das Angebotsspektrum des Lektorats reicht von der Beratung zu Studien- und Forschungsmöglichkeiten in Deutschland, über die Praktikumsvermittlung und die Betreuung von PraktikantInnen bis hin zur Vorbereitung und Durchführung wissenschaftlicher und kultureller Projekte. Seit einigen Jahren bewerben sich auch Studierende und junge Akademiker aus Deutschland um ein Praktikum an unserem Institut.

Einer unserer Mitarbeiter ist seit 2010 als Multiplikator für das Alumniportal Deutschland in Polen tätig. Das Portal bietet Menschen, die in Deutschland studiert, geforscht, gearbeitet oder sich weitergebildet haben, die Möglichkeit, ihre Kompetenzen und Kontakte zu sichern, auszubauen und für ihre persönliche und berufliche Entwicklung zu nutzen. Das Institut hat in Kooperation mit mehreren Partnern die Veranstaltungen organisiert, die mit dem von der Bundesregierung geförderten Projekt verbunden waren. Dazu gehört die offizielle Präsentation des Projekts, bei der Adam Krzemiński – ein Deutschlandexperte des führenden polnischen Nachrichtenmagazins „Polityka“ – der Spezialgast war, sowie das Treffen Meet Your Community – Karrierewege von Deutschland-Alumni mit der Podiumsdiskussion zu den Möglichkeiten, eine Arbeit mit der deutschen Sprache auf dem polnischen Arbeitsmarkt zu finden.

In unserer Lehrtätigkeit beschränken wir uns nicht nur auf die Sicherstellung der curricularen Validität von Lernergebnissen und Kompetenzen, sondern setzen auf projektbezogene Unterrichtsformen mit hohem Anteil studentischer Aktivitäten. Ein Beispiel dafür ist die Reihe kulturwissenschaftlicher Seminare Heiße Themen im Jahr 2014 und die Workshopsreihe zur polnischen Sprache für zukünftige Übersetzer in den Jahren 2014-2015. Es werden auch regelmäßig Germanistische Spieleabende veranstaltet, bei denen die Studierenden ihre Sprachkenntnisse durch didaktische Spiele verbessern können.

Zusammen mit dem Österreichischen Kulturforum Warschau veranstalten wir Lesungen von bekannten österreichischen SchriftstellerInnen: Zu Gast waren bei uns u. a. Monika Wogrolly, Peter Henisch, Evelyn Schlag, Norbert Gstrein, Eva Rossmann, Marlen Pelny, Milena Michiko Flašar, Carolina Schutti, Cordula Simon, Xaver Bayer, Peter Truschner und Margarete Stokowski.

Der studentische Arbeitskreis für Germanisten bietet unseren Studierenden diverse Möglichkeiten, ihre Interessen und Talente zu entwickeln. Die Mitglieder des Arbeitskreises redigieren die Studentenzeitschrift Volltreffer mit, propagieren das Studium der Germanistik, nehmen an Seminaren, Konferenzen und Integrationsreisen teil und helfen bei der Organisation wissenschaftlicher Tagungen und kultureller Events an unserem Institut.

Das Institut für Germanistik veranstaltet regelmäßig Studienreisen für die Studierenden nach Berlin.

Wissenschaftliche Aktivitäten

Die MitarbeiterInnen unseres Instituts realisieren individuelle Forschungsvorhaben und sind auch an größeren teambasierten Projekten beteiligt. Sie kooperieren mit akademischen Partnern im In- und Ausland und sind AutorInnen von Monographien und Sammelbänden, die von renommierten ausländischen Verlagen herausgegeben werden (u. a. Peter Lang, Boehlau, Lit Verlag, Verlag Traugott Bautz, Koenigshausen & Neumann und Erich Schmidt Verlag).

Zu den Forschungsschwerpunkten unserer MitarbeiterInnen gehören:

  1. im Bereich der Sprachwissenschaft: Fragen der modernen Semantik (u. a. Fragen der simulativen Semantik), deutsche Wortbildung, Kodierungs- und Ausdrucksmöglichkeiten von Emotionen aus pragmalinguistischer Sicht, linguistische Diskursanalyse bei der Untersuchung von den Kulturtexten, gesprächsanalytische Untersuchungen von deutschen und polnischen politischen Fernsehdiskussionen, Verwendung idiomatischer Einheiten in Pressetexten, Beziehungen zwischen Text und Bild, visuell-verbale Kreativität in der Werbekommunikation, Beratungschats in der computervermittelten Kommunikation und kontrastive Phraseologie;

  2. im Bereich der Literatur- und Kulturwissenschaft: deutschsprachige Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts, zeitgenössische Weltliteratur, das Schaffen Elfriede Jelineks, kulturwissenschaftliche Literaturwissenschaft, Autobiographismus, Genderproblematik in der deutschsprachigen Literatur, Kulturgeschichte des Ersten Weltkrieges, deutsche Regionalliteratur des 19. und 20. Jahrhunderts insbesondere in der ehemaligen Provinz Posen, Literaturdidaktik, sozial-politische Probleme des heutigen Deutschlands in der Literatur, Literatur im alternativen Umlauf, Umwertung der Gattungskonvention im gegenwärtigen Roman und Einfluss der Medien auf die moderne deutschsprachige Literatur.

In den Jahren 2013-2015 hat das Institut für Germanistik im Rahmen des vom DAAD finanzierten Programms Germanistische Institutspartnerschaft mit dem Deutschen Institut an der Universität Mainz zusammengearbeitet.

Unter uns gibt es StipendiatInnen der Alexander von Humboldt-Stiftung, der Volkswagen-Stiftung, der Robert-Bosch-Stiftung, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, des Katholischen Akademischen Ausländer-Dienstes, des Österreichischen Austauschdienstes und der Stiftung zur Förderung der Polnischen Wissenschaft. Wir beteiligen uns an einem Forschungsprojekt, das aus den Mitteln des Nationalen Zentrums für Wissenschaft finanziert wird. Wir sind auch Zuschussempfänger für Publikationen und Literaturanschaffungen.

Wir haben eine Reihe von wissenschaftlichen Konferenzen organisiert oder mit solchen Institutionen mitorganisiert, wie: Forschungsplattform Elfriede Jelinek der Universität Wien, Österreichisches Kulturforum in Warschau, Deutschen Institut an der Universität Mainz, Teatr Polski in Bydgoszcz, Gesellschaft der Deutschen Minderheit, Institut für Auslandsbeziehungen e. V. sowie Bydgoszczer Wissenschaftsgesellschaft.

Die MitarbeiterInnen des Instituts nehmen an wissenschaftlichen Tagungen, Kongressen und Konferenzen im In- und Ausland (in letzten Jahren u. a. in Athen, Berlin, Bratislava, Frankfurt (Oder), Gent, Göttingen, Helsinki, Hildesheim, Innsbruck, Jena, Johannesburg, Kiel, Klagenfurt, Louisville, Mainz, München, Osnabrück, Rheinfelden, Salzburg, Sevilla, Stuttgart, Tübingen, Valenzia, Wien, Würzburg und Zürich) teil.

Wir sind Mitglieder polnischer und internationaler Wissenschaftsgesellschaften (u. a. Środkowoeuropejskie Stowarzyszenie Germanistów, Stowarzyszenie Germanistów Polskich, Deutsche Gesellschaft für Semiotik, Deutsche Gesellschaft für Sprachwissenschaft, Gesellschaft für Angewandte Linguistik, Polskie Towarzystwo Neofilologiczne, Polskie Towarzystwo Językoznawcze, Polskie Towarzystwo Lingwistyki Stosowanej, Klub Stypendystów Zagranicznych FNP, Societas Humboldtiana Polonorum sowie Towarzystwo Literackie im. Adama Mickiewicza).

Unsere MitarbeiterInnen waren Mitglieder von Expertenausschüssen beim polnischen Hochschulministerium und wirken derzeit als Experten in der Polnischen Akkreditierungskommission und der DAAD-Auswahlkommission mit.

Kooperation mit lokalen Partnern

Wir sind nicht nur im akademischen Bereich tätig, sondern versuchen stets, den sozialen und kulturellen Raum unserer Stadt und Region mitzugestalten. ProfessorInnen, wissenschaftliche AssistentInnen und andere MitarbeiterInnen des Instituts nehmen auch an dem jährlich stattfindenden Bydgoszczer Wissenschaftsfestival aktiv teil und tragen mit ihren Vorträgen und Präsentationen zur Popularisierung von Wissen bei.

In einem der Bydgoszczer Pubs finden regelmäßig Stammtischtreffen statt, die von unseren MitarbeiterInnen und dem Wissenschaftlichen Arbeitskreis der Germanistikstudierenden organisiert werden. Der deutschsprachige Stammtisch wird gerne nicht nur von Studierenden und SchülerInnen besucht, sondern auch von allen Interessierten, die ihr Deutsch verbessern möchten sowie von den deutschsprachigen Personen, die in Bydgoszcz wohnen.

Seit einigen Jahren arbeiten wir mit dem Teatr Polski in Bydgoszcz zusammen. wir veranstalten wissenschaftliche und kulturelle Events, wirken bei verschiedenen Projekten mit und nehmen an Podiumsdiskussionen teil. Im akademischen Jahr 2014/2015 haben die MitarbeiterInnen des Theaters auch die Lehrveranstaltung Ausgewählte Fragen der Kulturwissenschaft für die Studierenden abgehalten.

Zu unseren Partnern in der Stadt gehören auch die polnische Niederlassung des Konzerns SDL International und Bydgoszczer Wissenschaftsgesellschaft.

Uniwersytet Kazimierza Wielkiego • Institut für Germanistik

ul. Grabowa 2 • PL-85-601 Bydgoszcz • Tel./Fax: (+48) 52 360 84 50